Gemeinsam Zukunft gestalten

Ideen für Kassel

Grünflächen sind mehr wert

Stadt und Kreis gemeinsam

Ideen für Kassel

 

Mit der Bahn in die Aue und zur Messe

Die Fulda-Aue ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für den Raum Kassel. Direkt daneben liegen die Messehallen, die für die Stadt der Künste und Kongresse besondere Bedeutung haben.

Das Gebiet ist nur umständlich mit Umsteigen in die Buslinie 25 mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Für Gäste, die mit der Bahn nach Kassel anreisen, beträgt die Fahrtdauer vom Hauptbahnhof 25-36 Minuten und vom Bahnhof Wilhelmshöhe 19 Minuten. Ein Bahnanschluss könnte die Fahrzeit stark verkürzen und eine Direktverbindung aus der Innenstadt schaffen. Das wäre besonders praktisch für Messen oder Sportveranstaltungen.

Für den Bahnanschluss wollen wir gemeinsam mit Bürgern und Magistrat zwei Konzepte untersuchen.
Im ersten Konzept könnte eine Straßenbahnlinie vom Auestadion über eine neue Damaschke-Brücke in die Aue und zur Messe führen. Hier könnten Haltepunkte an der Damaschke-Brücke und an der Buga/Messe eingefügt werden.
Im zweiten Konzept könnten die bestehenden Gleise der Waldkappel-Bahn zwischen dem Bahnhof Wilhelmshöhe und Bettenhausen für eine Regiotram-Linie genutzt werden.
Für diese Regio-Tram Variante würde ein Haltepunkt Buga/Messe gebaut werden.

Zusätzlich soll untersucht werden, ob die Regio-Tram als Stadtumgehungsbahn Wilhelmshöhe – Kassel-Ost bis nach Bettenhausen bzw. zum Betriebshof Sandershausen weitergeführt werden kann. Haltestellen in Niederzwehren und am DEZ wären möglich. Damit würde der Kasseler Osten von einer deutlich schnelleren Verbindung zum ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe profitieren.

Wie bei allen Großprojekten entstehen neben Chancen erhebliche Kosten. Daher werden wir die Bürger im Vorfeld an den Planungen beteiligen. Sie müssen auch die abschließende Entscheidung über die Umsetzung treffen.

 

Zukunft der öffentlichen Bäder

Wenn das Stadtbad Mitte schließt, gibt es kein Hallenbad mehr, das für Wassersport geeignet ist. Die städtischen Bäder wurden kaum in Stand gehalten und sind nun in einem jämmerlichen Zustand.

Das geplante Auebad ist aber ein Schritt in die falsche Richtung. Es ist überdimensioniert geplant und wäre ein neues Millionengrab. Das zentral gelegene Stadtbad Mitte ist für die Bürger sehr gut zu erreichen. Dieser Vorteil würde durch den Bau des Auebads aufgegeben. Dazu kommt, dass es an der Aue an ausreichend Parkraum und einer vernünftigen Anbindung an das Straßenbahnnetz fehlt.

Deshalb muss das Planungsverfahren für das derzeitige Auebad-Projekt auf den Prüfstand. Es ist noch nicht zu spät für eine sinnvolle Lösung! Wir fordern deshalb ein neues familienfreundliches Hallenbad zu bauen. Ein solches Bad sollte mit einer 50 Meter Bahn ausgestattet sein, um dort Leistungssport zu ermöglichen und sollte in Niedrigenergiebauweise errichtet werden.

 

Salzmann-Gelände

Die Stadt Kassel plant in dem Salzmann-Gebäude im größeren Umfang Büroräume für ein 'technisches Rathaus' anzumieten. Dies darf nach Auffassung der Piratenpartei nur erfolgen, wenn dies die wirtschaftlichste Alternative ist. Wir halten es für diskussionsbedürftig, dass die Einrichtung eines 'technischen Rathauses' überhaupt notwendig ist und es, angesichts des Büroraumleerstands in Kassel, keine alternativen Standorte gibt, die nicht preiswerter zu mieten wären.

Die sozialen, kulturellen und gemeinnützigen Projekte, die heute in der 'Kulturfabrik Salzmann' eine Heimat gefunden haben, sollen auch nach einer etwaigen privatfinanzierten Umsetzung des Salzmann-Arena-Projekts im Rahmen der finanziellen Leistungsfähigkeit nach den bisherigen Grundsätzen gefördert werden.

 

"Auestadion'' im Namen erhalten

Die Kasseler Piraten stehen dem Verkauf der Namensrechte des Kasseler Auestadion kritisch gegenüber. Wenn der Name verkauft werden sollte, fordern wir einen Wiedererkennungseffekt für die Kasseler Bevölkerung, um die Geschichte und den Charakter des Stadions fortzuführen.

Einem Verkauf der Namensrechte des Auestadions werden die Kasseler Piraten deswegen nur zustimmen, wenn der Begriff 'Auestadion' in der neuen Namensgebung erhalten bleibt.

 

Grünflächen sind mehr wert

 

Langes Feld erhalten

Grün- und Freiflächen in der Stadt bedeuten Naherholung und Naturschutz im direkten Umfeld der Menschen in Kassel. Wir setzen uns dafür ein, diese großen und kleinen Flächen im Raum Kassel zu erhalten.

Deshalb sprechen wir uns für den Erhalt des Langen Feldes als Grünfläche aus. Das Gebiet ist laut dem Gutachten der Bürgerinitiative 'Pro Langes Feld' ein Frischluftspeicher für den ganzen Kessel von Kassel. Es hat eine wichtige Funktion für die Versorgung der Stadt mit Frischluft und als Naherholungsgebiet. Damit ist es auch wichtig für die Gesundheit der Bürger Kassels und muss erhalten bleiben.

Das Gutachten, das der Entscheidung der Stadt für ein Gewerbegebiet auf dem Langen Feld zugrunde liegt, beruht auf Messungen an einem einzigen Tag und berücksichtigt nicht unterschiedliche Wetterlagen. Die wissenschaftliche Qualität dieser Studien oder Gutachten ist nicht gewährleistet. Auf einer so fragwürdigen Grundlage darf keine Entscheidung nicht getroffen werden.

Wir fordern eine Offenlegung aller Fakten und Unterlagen und sprechen uns für ein weiteres Gutachten aus. Sollte darin nicht die besondere Bedeutung des Freiluftraumes und Naherholungsbereichs Langes Feld bestätigt werden, so werden wir einen Bürgerentscheid dazu anstreben. Die Kasseler Bürger müssen das letzte Wort haben, was mit dem Langen Feld geschehen soll.

 

Dönche - Größtes innerstädtisches Naturschutzgebiet Deutschlands

Wegen der negativen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt und das städtische Klima sprechen wir uns gegen eine weitere Bebauung der Dönche aus. Das größte innerstädtische Naturschutzgebiet Deutschlands muss erhalten bleiben.

Im bestehenden Bebauungsplan existieren noch freie Baulücken. Es reicht völlig aus, diese Lücken bis zur heutigen Bebauungsgrenze zu nutzen.

 

Bestehende Baugebiete nutzen

Die wirtschaftliche Zukunft Kassels hängt nicht vom Langen Feld ab. In den umliegenden Gemeinden des Landkreises gibt es noch ausreichend freie, ungenutzte und schon ausgeschriebene Flächen, zum Beispiel in Bergshausen und Lohfelden. Diese Flächen haben häufig ebenfalls einen direkten Anschluss an das Autobahn- und Schienennetz.

Die Piratenpartei Kassel spricht sich für die Nutzung dieser Industrie- und Gewerbeflächen in den Gemeinden des Landkreises aus. Wir fordern die Stadt und den Landkreis zur Kooperation auf. Es geht nicht um einen Wettstreit um Gewerbesteuereinnahmen, sondern um ein gemeinsames Konzept zur nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft in der Region Kassel.

Anstelle der Neubebauung müssen bestehende, brachliegende Flächen in der Stadt dringend saniert werden. Das gilt sowohl für Gewerbe- als auch Wohnflächen.

Diese Sanierungen sollen von der Stadt Kassel gefördert werden. Um einen Anstieg der Mieten zu vermeiden muss die Förderung mit einer inflationsbereinigten Mietpreisbindung verbunden sein.

 

Stadt und Kreis gemeinsam

 

Regionalreform Kassel

Weder Stadt noch Landkreis bestehen für sich. Sowohl die Menschen als auch die Verwaltungen sind eng miteinander verwoben. Die bestehende Trennung führt zu höherem Verwaltungsaufwand und bürokratischen Hürden. Auch der geografische Zuschnitt des Landkreises mit der Stadt Kassel mittendrin spricht für eine gemeinsame Verwaltungsregion.

Deshalb spricht sich die Piratenpartei für die Zusammenlegung von Stadt und Landkreis Kassel aus. Die Verwaltung, die Stadt- und Kreisparlamente und die Zuständigkeitsbereiche der Ämter sollen zusammengefasst werden.

 

Reinhardswald: ökologische und ökonomische Planungsalternativen

Der Naturraum Reinhardswald mit der Sababurg ist ein attraktives Tourismus-Ziel. Die Idee des Millionenprojekts Ferienressorts Beberbeck auf Kosten des Steuerzahlers ist zum Glück gescheitert.

Die Piratenpartei tritt für eine mittelständisch orientierte Tourismusentwicklung ein. Wir wollen eine sensible Nutzung der leer stehenden Gebäude auf der Domäne und einen sanften Tourismus in der Region.

Wir greifen die Vorschläge des Aktionsbündnis Beberbeck auf und setzen uns für eine Reinhardswaldinitiative ein, die die zahlreichen vorhandenen Betriebe absichert und die gesamte Region Reinhardswald wirkungsvoll fördert.

Dazu wollen wir die Region zwischen Hann.- Münden und Bad Karlshafen vernetzen, private Initiativen fördern und weiter entwickeln. Für die leerstehenden und sanierungsbedürftigen Gebäude der ehemaligen Gestütshofanlage Beberbeck wollen wir einen Ideenwettbewerb gemeinsam mit dem Land Hessen und der Hessischen Landgesellschaft ausschreiben.

Die Staatsdomäne Beberbeck soll im Eigentum aller hessischen Bürger bleiben und ihren wirtschaftlichen Betrieb fortsetzen.
Alle diese Maßnahmen würden die zugesagten Infrastrukturkostenhilfen des Landes Hessen sinnvoll verwenden, das ‚Tafelsilber’ des Landes Hessen bewahren und die Bevölkerung zu Mitgestaltern ihrer Heimat machen.

 

Flughafen Kassel-Calden

Die Piratenpartei lehnt den Flughafenneubau in Kassel-Calden ab. Er ist verkehrspolitisch falsch, strukturpolitisch fragwürdig, und finanzpolitisch ein unkalkulierbares Risiko.

Von Kassel aus sind die Flughäfen in Paderborn, Erfurt, Hannover und Frankfurt a.M. bereits in unter zwei Stunden mit der Bahn oder dem PKW erreichbar. Die Versorgung der Bürger in der Region Kassel mit dem Zugang zum Luftverkehr ist damit gegeben.
Zudem ist die Einbindung in die bestehende Infrastruktur mäßig. Der Flughafen verfügt nicht über einen Autobahnanschluss und als schnellste Verbindung fungiert die B 83 (Holländische Straße). Ein möglicher Anlieferungsverkehr für Industrie und Handel würde damit direkt durch die Stadt laufen und zu einem Verkehrsinfarkt führen.

Statt in Nordhessen eine Konkurrenz zum Flughafen Paderborn aufzubauen, wäre eine Kooperation mit den Ostwestfalen der richtige Weg. Nur gemeinsam lässt sich ein Regionalflughafen in der Region betriebswirtschaftlich betreiben.

Der Neubau des Flughafens in Kassel-Calden ist ein riesiges Projekt, das Finanzmittel in Höhe von mindestens 225 Mio. Euro des Landes Hessen, der Stadt und des Landkreis Kassel sowie der Gemeinde Calden bindet. Es ist bereits abzusehen, dass die Kosten weiterhin in die Höhe schießen werden und die letzte Erhöhung um 80 Mio. Euro nicht ausreichen wird.

Auch nach dem Bau wollen wir nicht die Betriebskosten des Flughafens übernehmen müssen. Wir lehnen daher eine Finanzierung bzw. Subventionierung durch öffentliche Mittel ab.

Die wichtigsten Fluggesellschaften planen, Calden nicht anzufliegen. Ausnahmen könnten hier nur die Billig-Fluglinien sein, die sich in der Regel aber nicht langfristig an einen Standort binden. Die einzige wirkliche Nutzung entsteht als Ausweichflughafen für Frachtverkehr für Frankfurt/Main und dies insbesondere nachts.

Wir fordern die Stadt und den Landkreis Kassel auf, den Vertrag über die Flughafen Kassel GmbH zu kündigen und aus der Flughafengesellschaft auszutreten.